Design-Geschichten Teil 2: Wo kommen die Raupen her?

Ein kleiner Blick in die Geschichte. Wie kommt man auf die Idee einen Blumenkasten aus Altpapier herzustellen? Warum ist sein Design so anders? Warum ist unser Logo nicht grün? Wir geben Antworten.

Designers Liebling Faserguss 

Aus Designersicht, sind die Rohstoffe des „Fasergusses“ sehr interessant. Sie bieten viele Möglichkeiten der Gestaltung und eine hohe Festigkeit, wenn man gewisse Dinge beachtet. Es ist immer noch Papier und besitzt somit auch dessen Eigenschaften. Jedoch wird es vorher aufgeweicht und in zähflüssiger Konsistenz in Form gebracht und getrocknet. Der Energieaufwand ist dabei überschaubar und somit ergibt sich auch eine preislich interessante Alternative zum Kunststoff. 

Formgebung des Balkonkasten

Formal haben wir darauf geachtet, dass der Balkonkasten einen stabilen Körper bekommt. Sowohl die Torsion als auch das Durchbiegen des Kastens sollten zwingend vermieden werden. Das Produkt würde also, nicht nur der Optik wegen sondern vor allem zur Sicherheit beim verwenden als Balkonkastens, formstabil sein müssen. Dazu war es wichtig einen Weg zu finden, wie das Material nach starkem Regen oder zu üppigem Gießen, wieder abtrocknen kann. Das Problem mit der Steifigkeit konnten wir mittels statischen Überlegungen und Experimenten lösen. Der Kasten besteht ausschließlich aus nach innen gewölbten Flächen, die ähnlich wie bei einer Brücke, gegen die Kraft von außen stemmen und die entstehenden Kräfte in einen umlaufenden Ring ableiten. Es entsteht ein Gefüge, welches die Kräfte von Druck in Zug umwandeln. Jeder wird aus eigener Erfahrung wissen, dass Papier auf Zug gut belastbar ist, auf Druck jedoch nicht. 

Bewässerung des Blumenkastens

Das Problem des Trocknens lösten wir im gleichen Zuge, zum einen mit der Oberflächenvergrößerung durch die gewölbten Flächen, zum anderen mit eingebrachten Öffnungen im Boden der Kästen, die in einer Art Drainagesystem angelegt sind. Gemeinsam mit dem Fasergusswerk, entwickelten wir daraufhin das Werkzeug für das Fasergussverfahren und bekamen relativ zügig die ersten Raupen geliefert. Im Mai 2014 konnte dann die Testphase beginnen. Wir testeten in jeder möglichen Art und Weise und waren überrascht, wie gut sich unser Produkt verhielt. Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.


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