Einheimisches Superfood - Teil 1: Der Löwenzahn

Chia, Goji- und Acai-Beere sind in aller Munde. Diese angeblichen Superfoods sollen reich, schön und vor allem Gesund machen. Doch die eigentlichen Superfoods findet man nicht nur im Supermarktregal, sondern direkt vor der Tür. Sie sind weder teuer, noch ausgesprochen anspruchsvoll im Eigenanbau. Im ersten Teil unserer Reihe betrachten wir heute die oft verkannte Pusteblume.

Superfood – Was ist das eigentlich

Streng genommen sind Superfoods nur eine Erfindung des Marketing, welche Lebendmittel beschreibt, die angeblich Gesundheitsvorteile bringen. Tatsächlich sind die gesundheitsförderlichen Eigenschaften bei vielen der als Superfood bezeichneten Lebensmittel zumindest unter Laborbedingungen nachgewiesen.

Der Begriff selber wird bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts verwendet, hat sich aber erst in den letzten Jahren allgemein durchgesetzt. Bis heute existiert keine allgemeine offizielle oder rechtlich bindende Begriffsdefinition, d.h. theoretisch könnte man auch Fliegenpilze als Superfood bezeichnen. Für den hiesigen Artikel nutzen wir den Begriff aber nur für Lebensmittel, welche tatsächlich essbar und zudem auch noch gesund sind.

Allzweckmittel Löwenzahn

Löwenzahnpflanzen sind eigentlich überall und zu jeder Jahreszeit zu finden. Er ist eine winterharte Staude kann eine Höhe von bis zu 50 cm erreichen. Die Pflanze ist tief in der Erde verwurzelt, schmückt sich mit langen gezackten Blättern und einer prächtigen gelb leuchtenden Blüte. Löwenzahn gehört zur Familie der Korbblütler und ist auch unter den Namen Pusteblume, Priester Krone, Irish Daisy oder Mönchskopf bekannt. Löwenzahn bringt den gesamten Stoffwechsel in Schwung, reinigt die Gefäße von Ablagerungen und belebt die Organfunktionen. Zudem hilft der dem Körper Kalzium aufzunehmen und schützt so vor vielen Knochenleiden (Osteoporose, Brüchen, Zahnverfall).

Die Blätter des Löwenzahns

Die stark gezahnten Löwenzahnblätter können eine Länge von 10-30cm erreichen und wirken als Trichter. Sie sammeln Regenwasser und leiten dieses direkt zur Wurzel.

Die Blüte des Löwenzahns

Die Blüte öffnet sich morgens bei Sonnenaufgang und schließt sich erst wieder am Abend und bei trübem Wetter. Die gelben Blüten sind von Frühjahr bis zum Herbstbeginn auf unseren Wiesen und Feldern zu sehen. Während der Ausreifung verwandelt sich die gelbe Blüte in einen flauschigen weißen Flaumball (die “Pusteblume”). Dabei handelt es sich um den Samen des Löwenzahns, welcher durch den Wind verteilt wird.

Die Wurzel des Löwenzahns

Die dunkelbraunen Pfahlwurzeln sind fleischig und dick. Sie sind mit einer weißen milchigen Substanz gefüllt, welche ziemlich bitter schmeckt und etwas muffig riecht.

Löwenzahn ist lecker

Löwenzahn ist eigentlich eine ideale Nutzpflanze, denn jeder Teil ist essbar und weist zudem eine hohe Nährstoffdichte auf. Er gilt in vielen Ländern der Welt als äußerst schmackhaftes Gemüse. Und das roh, gedünstet oder gedämpft.

Löwenzahn hat einen leicht bis stark bitteren Geschmack und erinnert ein wenig an Rucola. Dieser Geschmack ist den antioxidativen Verbindungen (Taraxacin und Taracerin) geschuldet, welche unter anderem gegen Leber- und Gallenbeschwerden helfen. Wer es weniger bitter mag, erntet nur die ganz jungen Blätter oder blanchiert ihn einfach kurz an.

Die Blätter eignen sich roh bestens für einen leichten Sommersalat, für Smoothies und Suppen oder einfach aufs Brot. Die Wurzel ist gemahlen ein guter Kaffeeersatz. Des Weiteren ist sie ein tolles Wurzelgemüse. Die gelben Blüten sind der zarteste und süßeste Teil der Pflanze. Sie finden u. a. als essbare Salatdekoration oder Löwenzahnhonig Verwendung.

Löwenzahn Verwendung

Vor dem Verzehr sollte der Löwenzahn immer unter kaltem fließenden Wasser gut abgewaschen werden. Ansonsten ist er sehr vielseitig zu verwenden. Hier ein paar Tipps:

  • junge und zarte Löwenzahnblätter roh oder blanchiert für Salate oder Sandwiches
  • blanchierter Löwenzahn: Löwenzahnblätter für eine Minute ins kochende Wasser geben und anschließend sofort ins kalte Wasser eintauchen. Blanchieren reduziert die Bitterstoffe und der Löwenzahn kann so als Spinatersatz dienen.
  • Frische Löwenzahnblätter sind toll in Suppen, Eintöpfen und Säften.
  • Aus getrockneten Blättern lässt sich ein schöner Kräutertee herstellen.
  • Löwenzahnblüten eignen sich hervorragend für die Herstellung von Wein, Schnaps oder Pfannkuchen.
  • Leicht geröstete und gemahlene Löwenzahnwurzeln sind ein wunderbarer Kaffeeersatz.

Tipp: Vermeidet bei der Zubereitung zu hohe Temperaturen, da sich dies sehr negativ auf die Nährstoffdichte auswirkt.


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