Urban Gardening - Früher ging man skaten, heute pflanzen

Eigentlich ist der urbane Gartenbau so alt wie die Idee der Stadt selbst. Was in unserer Vorzeit aus reiner Notwendigkeit geschah, geriet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts leider ein wenig in Vergessenheit.

Durch bessere Transportmöglichkeiten und die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln war es für viele lästig geworden, sich mit der Thematik des städtischen Grüns auseinanderzusetzen. Doch das ändert sich allmählich und Urban Gardening wird zunehmend zu einem stetig wachsenden Trend der Stadtentwicklung. Immer häufiger will sich die Bevölkerung und gerade die junge Bevölkerung ihr Recht zur Mitgestaltung von grüneren und vor allem lebenswerteren Städten nicht länger vorenthalten lassen.

Eine kleine Geschichte des urbanen Gartenbaus oder neudeutsch Urban Gardening

Spricht man heute von Urban Gardening, meint man meist nicht die in Deutschland heimische Strebergartenindylle, sondern die 1973 in New York entstandene Rückeroberung der Stadt. Liz Christy nahm sich die Zeit, ein vermülltes Grundstück zu entrümpeln. Gemeinsam mit Freunden klaute sie Erde, Bäume, Sträucher und vor allem Blumen von der WallStreet und erschuf so ein kleines Biotop inmitten einer der schmuddelligsten Teile von Manhattan. Da dieses Vorgehen nicht ganz legal, aber notwendig war, gab sich die Gruppe den Namen Green Guerilla und war somit gleichsam Namensgeber des Guerilla Gardening.

Diesem ersten Garten folgten schnell Projekte auf weiteren Grundstücken. Auch hier musste zunächst entrümpelt werden, um den Boden anschließend urbar zu machen. Unterdessen wendete sich die Gruppe an die Stadt, um mit ihr einen Weg zur rechtmäßigen Nutzung des Ursprungsgartens auszuhandeln. Die Zusage kam am 23. April 1974. Die Green Guerillas handelten mit dem "Amt für Wohnungswesen, Erhaltung und Entwicklung“ einen Mietvertrag zu einem Dollar pro Monat aus und stellten noch im selben Jahr ca. 60 Hochbeete auf.

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Schnell wuchs die Bekanntheit der Gruppe um Liz Christy und die Green Guerillas dienten als Vorbild unzähliger Folgeprojekte. Aktivisten betrachteten ihre trostlosen Viertel nicht weiter als Schutthalden, sondern als einen Raum der Gemeinschaft, welcher viel Platz für Selbstverwirklichung und neue Gärten bietet. Sie begrünten Balkone, pflanzten Bäume und Sträucher und bewarfen alte Brachen mit Seed Bombs. Innerhalb kurzer Zeit etablierte sich der Ursprungsgarten an der Second Avenue zudem zu einem Ort des Austauschs und zu einem positiven Beispiel, wie mit einfachen Mitteln und viel Engagement trostlose Orte wiederbelebt werden können.


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