Verpackungen und Blumenkästen Verpackungen – die Renaissance des Fasergusses

Der Faserguss ist lange Zeit in Vergessenheit geraten und lebte ein stilles Dasein als Lieferant von Bierdeckeln und Eierpappen. Da unser Balkonkasten Raupe mit diesem alten Fertigungsverfahren hergestellt wird, ist es an der Zeit, euch den Faserguss einmal genauer vorzustellen.

Geschichte des Fasergusses

Erfunden wurde der Faserguss von dem sächsischen Unternehmer Robert Sputh, der am 18. Juni 1843 in Dresden geboren wurde. Dieser ließ sich 1892 ein Herstellungsverfahren für Holzfilzplatten und Faserguss-Untersetzer (Patent 68499) schützen und gilt somit zugleich als einer der Erfinder des Bierdeckels. An der Bahnstrecke Bautzen – Bad Schandau erbaute er ab 1882 in der Nähe von Mittelndorf im Sebnitztal die erste Fasergussfabrik mit Wasserantrieb. Hier wurden zunächst Buchbinderpappen, dann aber hauptsächlich Bierdeckel produziert. Die Sputhmühle war damit die erste Bierdeckelfabrik überhaupt und wurde der größte Bierdeckelproduzent Europas. Um Holzabfälle der eigenen Produktion nutzen zu können, griff der Unternehmer Casimir Otto Katz diese Idee auf und etablierte 1903 ebenfalls eine Produktlinie Faserguss-Untersetzer.  Seither wurden viele neue Produktfelder erschlossen, so werden bspw. seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts Lautsprechermembranen im Fasergussverfahren hergestellt.

Faserguss, so funktioniert es 

Beim Faserguss (moulded pulp) wird ein Faserbrei, welcher aus z.B. Altpapier oder Holzschliff bestehen kann, in eine Form gesaugt. Das geschieht mit Hilfe einer Vakuum-Pumpe, welche an eine Siebform angeschlossen wird. Anschließend kann der so entstandene Rohling noch verpresst werden. Dadurch verbessern sich die Festigkeit, sowie die Oberflächenstruktur. (selbstverständlich werden unsere Pflanzgefäße gepresst.) Anschließend wird der Rohling getrocknet und fertig. Um die stofflichen Eigenschaften der Fasergussprodukte entsprechend ihrer Anwendung anpassen zu können, werden dem Faserbrei verschiedene Additive beigemischt. Dadurch können die Farbgebung, der Faserzusammenhalt oder die Nassfestigkeit beeinflusst werden. Bei unserer Raupe haben wir darauf geachtet, dass alle Zusatzstoffe lebensmittelecht sind.

Von Bierdeckeln, Verpackungen und Blumenkästen

Schon seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass der Faserguss wieder vermehrt in unser Leben Einzug hält. Heute werden vornehmlich Verpackungen aus Faserguss hergestellt. Diese zeichnen sich durch ihre Stabilität und günstige Kosten aus. Daneben haben sie den Vorteil, dass sie zu 100% recyclingfähig und in unserem Fall sogar kompostierbar sind. Diese Vorteile eröffnen beinahe täglich neue Anwendungsfelder, so bestehen heute z.B. Nierenschalen im Krankenhaus oder sogar die ersten Lampenschirme aus Faserguss. Ein weiterer Grund, warum sich der Faserguss besonders für die Herstellung von Pflanzgefäßen eignet, liegt in der Beschaffenheit des Ausgangsmaterials. Denn Papier schützt das Wurzelwerk zuverlässig vor übermäßiger Hitze bei direkter Sonneneinstrahlung.


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