Filmtipp „Hammer, Zirkel, Gartenglück - Der Schrebergarten in der DDR“

Heute gibt es über 970.000 Schrebergärten in Deutschland und davon befinden sich ca. 650.000 im Osten der Republik – Bei der Recherche zur Reportagereihe "Der Osten - Entdecke wo du lebst" war selbst der Journalist Axel Bulthaupt von diesen Zahlen überrascht. Denn bis Mitte der 50er Jahre waren die Kleingärten und ihre Besitzer alles andere als erwünscht in der noch jungen DDR.

Kleingärten nach dem Krieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg passten die kleinbürgerlichen Kleingärtner absolut nicht ins Bild des neuen, sozialistischen Menschen. Daher boykottierte Walter Ulbricht höchstpersönlich die Gründung einer eigenständigen Dachorganisation. Nach dem Machtwechsel durch Erich Honecker änderte sich die Einstellung. Er hielt seine schützende Hand über Laubenpieper und ihre Parzellen. Sogar im DDR–Fernsehen avancierte "Du und Dein Garten" in den 1970er Jahren zum Quotenhit.

Vom Kleingärtner zum Volksversorger 

Doch warum entdeckten die Mächtigen der DDR ihre Liebe zum Kleingarten? Wie sahen die Anfänge vor fast 150 Jahren aus, als in Leipzig der Schrebergarten das Licht der Welt erblickte? Und wie lebt es sich heute im Klein-Gartenparadies? Diese Fragen sind es, welche Axel Bulthaupt in den traditionsreichen Kleingartenverein "Dr. Schreber e.V." in Leipzig führen. Es ist erstaunlich, wie beliebt der Schrebergarten bei seinen Pächtern war - ganz gleich ob im Deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik oder unter den Nationalsozialisten. 

Doch erst in der DDR brachte es der Schrebergarten zu einer Beliebtheit, die Generationen übergreifend war und alle gesellschaftlichen Schichten verband. In diesen Gärten fand man die Ruhe und das Obst und Gemüse, das es im Konsum nicht zu kaufen gab. Selbst als die DDR 1989 am Ende war, standen die Schrebergärten noch in voller Pracht. Auch von dieser Ironie der Geschichte erzählt die Reportage "Hammer, Zirkel, Gartenglück - Der Schrebergarten in der DDR ".


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