Ein ganzes Wildschwein am Spieß

Wir sind ja nicht nur passionierte Hobbygärtner, sondern auch richtige Naturburschen. Und da unser Team zum Teil aus Thüringern besteht, liegt uns auch das Grillen, Braten und Räuchern im Blut. Nun sind nicht alle von uns Vegetarier und essen auch gern mal ein ordentliches Stück Fleisch. Da trotz dessen jeder von uns auf gesunde und nachhaltige Lebensmittel steht, lag es Nahe, es diesmal mit Wild - genauer mit Wildschwein zu versuchen. Aber lest selbst!

Jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt trifft sich ein Teil des heimgruen-Teams und ein paar weitere Jungs in einem kleinen Forsthaus mitten im Wald unweit von Jena. Ohne Strom, fließend Wasser und nur mit dem nötigsten Ausgestattet verbringen wir dort ein paar ruhige Tage jenseits der Zivilisation. Natürlich will auch hier für das leiblich Wohl gesorgt sein. Der Höhepunkt ist jedes Jahr ein Tier, welches über dem Feuer zubereitet wird. Im letzten Jahr haben wir zum ersten mal ein ganzen Wildschwein über den Spieß gehängt und es war großartig. Zum einen weil mehr Bio einfach nicht möglich ist und zum anderen weil es einfach fantastisch geschmeckt hat.

Wo bekommt man das Wildschwein her?

Thüringen ist klein und jeder kennt jemanden der irgendeinen Jäger kennt und so haben wir einen kleinen Überläufer von einem befreundeten Jäger bekommen. Selbstverständlich aus einer nachhaltig bewirtschafteten Jagd. Die Kosten dafür sind, je nach Saison überschaubar und das gute Gewissen gibt es gratis dazu. Wer nicht aus Thüringen ist oder in seinem Bekanntenkreis keinen Jäger hat, kann sich aber an die vielen Wildverkaufstellen oder Jagdvereine wenden.

Vorbereitung des Wildschweins

Wir haben das Wildschwein fertig enthäutet, ausgenommen und schon ein paar Tage abgehangen bekommen. Also ging es bei uns jetzt nur noch darum es zu spritzen. Dafür haben wir einen kräftigen Sud angesetzt und damit den Überläufer gespritzt. Anschließend haben wir den Bauch das Schweins mit Wurzelgemüse und Gemüsefenchel gefüllt und gut vernäht. Das gibt dem Tier nicht nur ein schön gehaltvolles Aroma sondern dient gleichzeitig als geschmackvolle Gemüsebeilage.

Für den Sud zum Spritzen:

  • Wurzelgemüse: Pastinaken, Sellerie, Möhren, Petersilienwurzel, Kohlrabi, Zwiebel
  • Gewürze: Lorbeer, Petersilie, Fenchel, Koriander, Chili, Senfkörner, Pfeffer, Knoblauch, Rosmarin, Thymian, Salbei, Wacholderbeeren, Piment – natürlich alles nach belieben.
  • eine Flasche Rotwein
  • eine Flasche Weißwein
  • ein würziges Bier
  • ein paar Prisen Zucker und ordentlich Salz

Das Gemüse wird angeröstet und dann mit Wein und Bier abgelöscht. Anschließend lässt man das Ganze ein paar Stunden köcheln. Keine Sorge! Der Sud sollte ein ein wenig überwürzt schmecken. Danach wird das Ganze durch ein Sieb abgeseilt und fertig ist der Sud zum Spritzen. Bei dem Gemüse für die Bauchfüllung kann man mehr oder weniger nehmen was man möchte.  Wichtig ist nur, dass das Schwein ordentlich vernäht wird, damit das Gemüse nicht bei ersten Wenden herausfällt. Wir haben hierzu einfachen Draht verwendet. Dann haben wird unser Schweinchen auf den Spieß gesteckt, es anständig in Alufolie verpackt und es drei Tage ruhen lassen.

Marinade für Spieß und Schwein

Die Würze des Suds ist natürlich schon ganz anständig aber den letzten Schliff bekommt das Fleisch durch die Marinade. Damit wird es beim Grillen immer wieder eingepinselt. Um stilecht zu belieben, haben wir auch den Pinsel für die Marinade selber gebaut. Dafür haben wir einfach mit Schnur ein paar Rosmarinzweige an einem Holzscheit befestigt.

  • eine Flasche Rotwein
  • 1 Bund Petersilie (klein gehackt)
  • 1 Zwiebel, klein gehackt
  • 4 Knoblauchzehen, zerquetscht
  • einen viertel Liter Olivenöl
  • Saft und Schale einer Zitrone
  • 5 EL körnigen Senf
  • 5 EL Sojasauce
  • Gewürze: frischer Thymian, frischer Rosmarin, frischer Salbei, Piment gemörsert, Wacholderbeeren gemörsert, Pfeffer gemörsert, eine Nelke gemörsert,  
  • 1 EL Salz
  • ein Glas Wild-Preiselbeeren 

Sollte die Marinade nicht ausreichen, kann man sie immer mal wieder mit Bier strecken. 

Diese Produkte kannst Du hier im heimgruen Marktplatz kaufen:

Das Wildschwein auf den Spieß bringen

Bei uns war es das schwierigste das Tier und den Drehspieß in den Wald zu schaffen. =) Als Spieß hatten wir einen Edelstahlspieß Marke Eigenbau. Der hatte zwar keinen Motor aber der ist sowieso überbewertet und im Wald vollkommen nutzlos. Ausgestattet mit ein paar Raffinessen, wie Zerlegbarkeit, schwenkbarer Spieß, Wärmeleitblech und Höhenverstellung war er das perfekte Grillgerät für unsere Zwecke.

Jetzt ging der enspanntere Teil der Arbeit los. Wir wollten gegen 15:00 -16:00 Uhr essen. Also haben wir um 10:00 Uhr begonnen, Feuer zu machen. Als Brennstoff haben wir getrocknetes Buchenholz verwendet, das gibt dem Fleisch ein schönes Raucharoma. Nach ca. einer Stunde hatten wir ein ordentliches Glutbett und das Wildschwein wurde über das Feuer gehangen. Hier verblieb es bei mehrfachen Wenden für ca. drei Stunden. Anschließend nahmen wir es kurz vom Feuer, um die Alufolie zu entfernen. Die Hitze haben wir jetzt ein wenig runtergeregelt und das Schwein kam  für weitere 1,5 - 2 Stunden über das Feuer. Selbstverständlich durfte auch jetzt das gelegentlich Wenden nicht vergessen werden. Zudem haben wir es jetzt immer mal wieder mit unserer leckeren Marinade eingestrichen. pünktlich 16:00 Uhr war Anschnitt. Da immer nur die oberste Schicht herunter geschnitten wurde und das Fleisch dann wieder ein mariniert und gegrillt  werden sollte, zog sich das Essen bis ca. 19.00 Uhr. Ein gelungener Tag!

Wenn man die Zubereitung ein wenig beschleunigen möchte, kann man das Schwein natürlich auch vorgaren. Aber uns Thüringern gefällt es so ursprünglich am besten! =)

Resteverwertung vom Wildschwein

Wir haben zwar ordentlich zugelangt aber so ein Tierchen war dann doch ein wenig viel für uns. Zudem ja auch an den Knochen immer noch genügend Fleisch verbleibt. Da dieses Tier nun aber schon mal für uns gestorben ist, fühlten wir uns auch verpflichtet alles von ihm zu verwenden. Schließlich sind wir keine Filetkäufer aus der SB-Abteilung des Supermarkts. Daher haben wir alle Reste zerlegt und gesammelt und am Freitag nach Himmelfahrt noch einen anständigen Topf Gulasch davon gekocht. Hiervon hatten dann auch unsere Mädels was! 


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